Samstag, 27. Juni 2015

Neues aus Warendorf



Weil es niemanden interessiert, hier mal die Zusammenstellung, was in den letzten zwei Wochen in Warendorf alles passiert ist, was im weitesten Sinn mit Politik zu tun hat.

Der Wahlkampf für die Bürgermeisterwahl scheint in die nächste Runde zu gehen. Es werden Würstchen verteilt.

Die beiden Kandidaten wollen das Augustin-Wibbelt-Gymnasium (AWG) erhalten, aber jeder weiß, dass man sich gegen ein übermächtiges Ministerium in Düsseldorf nicht wehren können wird. Das AWG wird geschlossen, weil man sich an die Worte im Gesetz hält. Kann sein, dass man das AWG, so wie das Lehrschwimmbecken in Freckenhorst noch braucht, aber wenn es nicht am Geld scheitert, dann an der Politik. Oder waren es die Bürger, die andere Probleme haben. Existenzielle?

Zum Beispiel einen Kunstrasenplatz in Freckenhorst? Ohne den, hätte es die juristische Person TUS Freckenhorst 07 e.V. in Zukunft nämlich schwer. Da haben sich dann die einzelnen Teile dieser juristischen Person zusammengetan, und Zack, hat man sich nicht nur Gehör, sondern auch Unterstützung verschafft. Freckenhorst versucht das jetzt nochmal: Irgendwie muss das mit der Umgehungsstraße ja mal was werden.

Wohl gemerkt: „Es reiche auch nicht, sich mit den drei Ortsumgehungen Warendorf, Beelen und Herzebrock-Clarholz zufrieden zu geben, meint IHK-Verkehrsexperte Joachim Brendel. Wichtig sei die große Lösung, die neben den Umfahrungen auch die dreispurige, kreuzungsfreie Verbindung beider Wirtschaftsräume beinhalte. „Wenn man versucht, das Projekt kleiner zu planen, ist es tot – und das ist auch das Todesurteil für die Ortsumgehungen.” - Also, so die Kulisse: keine dreispurige Strecke zwischen Allendorf und Herzebrock, keine Umgehungsstraße in Freckenhorst. Einfach schon mal mit dem Gedanken anfreunden.

Wie der Verkehr zwischen Münster und Allendorf wird, steht übrigens auf einem anderen Blatt.

Und wenn mal was nicht richtig läuft, weil ein paar doofe Regeln das verhindern, oder einfach nur falsch interpretiert werden, dann schafft man sich einen Warendorfer Weg. Denkmalschutz light. Am Ende wollen alle immer nur das eine: Unser Bestes. Ist halt jeder seines Glückes Schmied. Der eine wurde dazu ausgebildet und hat die richtigen Werkzeuge in die Wiege gelegt bekommen, der andere kratzt mit den Fingernägeln am blanken Metal. Die mit den harten Nägeln werden das schon schaffen, wenn sie nur richtig wollen.

Apropos Ausbildung. War ja gerade die Berufsorientierungsmesse (BOM) in Warendorf. Gut ausgebildet sind z.B. auch Investmentbanker. So gut, dass sie minumum 60 - 90 Stunden die Woche arbeiten. Arbeiten müssen! Das ist halt so ein Job, wo man unentbehrlich ist. Trotz Teamarbeit. Entweder sind das zu wenige, harte Ausbildung, und nur für die ganz Schlauen, oder das mit der Teamarbeit klappt nicht ganz: Manche Aufgaben lassen sich auch einfach nicht in kleinere Portionen aufteilen. Ihre Kinder, wenn sie denn Zeit finden sich für ein so unrentables Projekt zu engagieren, gehen dann in Kitas, wenn die nicht gerade bestreikt werden: die Mitarbeiter da fordern tatsächlich gerade mehr Geld. Für einen Job, den echt jeder machen kann. Deswegen wird die Tätigkeit doch gerade so bezahlt. Das regelt schon der Markt. Und wenn nicht, dann kann man das ja auch mal über ein bisschen Charity regeln: wäre das nicht schön, wenn jeder bestimmen könnte, an wen seine Steuern gehen? Das eine so kleine Gruppe Menschen die ganze Gesellschaft in Geiselhaft nimmt, das geht doch nicht. Man stelle sich vor, wir alle müssten dafür haften, das irgendjemand jemanden anderes Geld leiht, und dann die ganze Gesellschaft dafür haften müsste, weil jemand nicht zurückzahlen kann. Moment mal! Da war doch was? Ferien. Ich muss noch Urlaub buchen. In Griechenland soll gerade günstig sein …

Da soll man auch günstig mit dem Fernbus hinkommen. Zum Glück bekommt Warendorf jetzt einen „Bedarfshalt“ und man endlich die Möglichkeit auch ohne eigenes Auto den Ort zu verlassen. Obwohl, wer sich kein eigenes Auto leistet …

Ach ja: die Emsinsel bleibt für die nächsten 100 Jahre so wie sie ist. Solange wird man brauchen um die Besitzverhältnisse zu klären. Mein Vorschlag war ja schon immer, eine Mauer um das Filetstück zu bauen und an Investmentbanker zu verkaufen. Die Stadt und die ganzen Leute, die da nach einem nichtsnutzigen Park schreien, sollen sich mal sinnvoll beschäftigen.

Alles in allem kann man froh sein, dass es uns in Warendorf so gut geht. Muss man nur noch dafür sorgen, dass es so bleibt. Geht natürlich nur mit B64n und Breitbandanschluss …

Aber frei nach jemand anderem: „Jetzt sind erst mal Ferien, und die Themen bleiben uns erhalten und unser AWG wird das am Ende des Tages auch bleiben. Dafür allerdings müssen wir alle in Politik und Verwaltung, noch mehr Teamplayer-Qualitäten zeigen. Ganz Vergessen! Die Bürger! Die Bürger müssen da auch ran! Einmal alle vier Jahre wählen reicht da nämlich nicht. Gut erholt wird uns allen das besser gelingen.“

Quellen:


Montag, 8. Juni 2015

Zu viel SPAM

Vier Anleitungen für den Ubuntu Server, die SPAM weiter reduzieren könnten:

Viel Erfolg!

Mittwoch, 11. März 2015

Zufall statt Wahlfreiheit

Wenn etwas knapp ist, ist eine Möglichkeit zur Verteilung eine Verlosung. Das hat der Rat der Stadt Warendorf schon 1993 erkannt: Warendorf hat zwei Gymnasien die Schüler in die fünfte Klasse aufnehmen und die Schüler verteilen sich nicht immer geeignet auf diese.

1987 wurde ein Aufnahmerahmen festgelegt, der die Aufnahmekapazität in die Jahrgangsstufe 5 auf eine Vierzügigkeit begrenzt. Der Plan ging 1993 nicht mehr auf und musste revidiert werden, nachdem offenbar zweimal ein Auswahlverfahren angewendet werden musste. Gerade ist es jetzt wieder soweit: Zwei Drittel der Eltern haben ihre Kinder an dem einen, ein Drittel an dem anderen Gymnasium  angemeldet.

Montag, 9. Februar 2015

Propaganda, was sonst?

Lestens folgenden Leserbrief (Westfälische Nachrichten vom 7.Februar 2015) gefunden:


Was der Sprecher der AfD betreibt ist zu 100% als Propaganda zu bezeichnen: Propaganda bezeichnet die Verbreitung politischer oder weltanschaulicher Ideen, oder auch einen absichtlichen und systematischen Versuch, öffentliche Sichtweisen zu formen, und Erkenntnisse zu manipulieren.

Das Bundesministerium des Inneren veröffentlicht in einer aktuellen Broschüre folgende Information: „So wurden im Jahr 2013 zwar 13,5 Prozent der Asylbewerber als Asylberechtigte oder Flüchtlinge nach der Genfer Flüchtlingskonvention anerkannt, und 11,4 Prozent erhielten Abschiebungsschutz, aber 38,5 Prozent der Asylanträge mussten abgelehnt werden. Die verbleibenden 36,7 Prozent der Anträge haben sich anderweitig – zum Beispiel durch Dublinverfahren und Verfahrenseinstellungen durch Rücknahme des Asylantrages – erledigt.“

Wer daraus, wie im jüngsten Leserbrief des Sprechers des AfD-Kreisverbandes 1,5% politische Flüchtlinge und 75% Ablehnungen macht, verfolgt die Verbreitung politischer oder weltanschaulicher Ideen und versucht systematisch die Absicht die öffentliche Sichtweise zu formen und zu manipulieren: Das Grundgesetz definiert den Begriff der politischen Verfolgung nicht. Ich bin sicher, dass dem Sprecher Gründe für die Gewährung von Asyl bekannt sind. Ich bin sicher, dass entsprechende Veröffentlichungen der Bundesregierung bekannt sind. Ich bin auch sicher, dass der Sprecher weiß, das zur „Faktenlage“ das Verteilungssystem „EASY“ und der „Königsteiner Schlüssel“ gehören. Alles Fakten, die auf Ebene des Kreistags nicht geändert werden können. Was bleibt in den Vorstößen der AfD im Kreis im Kern dann noch, wenn nicht „Propaganda“?

Über den Sinn und Zweck dieser Propaganda muss man sich Gedanken machen.

Donnerstag, 8. Januar 2015

Hier nochmals unser Positionspapier

Ignorieren funktioniert nicht. Wieder und wieder stösst man aufgefordert das Positionspapier der PEGIDA. Dann wollen wir uns mal damit auseinander setzen...

Samstag, 25. Oktober 2014

Freifunk - Fragen, Antworten

..., was hinter Freifunk steckt und warum Sie und Andere sich der Initiative angeschlossen haben.

 

Computer-Netzwerke sind seit über 20 Jahren mein Hobby: Nachdem wir zunächst (illegal) Daten über das Telefonnetz der Deutschen Bundespost von Computer zu Computer übertragen haben, haben wir kurze Zeit später die Möglichkeit erhalten am damals nur an Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen vorhandenen Internet teil zu nehmen. Wir, war eine kleine Initiative in Münster die sich der Förderung der privat betriebenen Datenkommunikation verschrieben hat.

http://archive.org listet die Vereinshomepage erstmals am 14. April 1997. Schon zu dem Zeitpunkt überholten kommerzielle Angebote die technischen Leistungen des Vereins. Nach der Nutzung des Internets über DSL wurde irgendwann auch die mobile Nutzung halbwegs bezahlbar. Während die DSL-Tarife jedoch in der Regel pauschal abgegolten sind, quälen wir uns in mobilen Netzen oft noch mit unzureichenden Geschwindigkeiten und unzureichenden Tarifen: Auch mitten in gut versorgten Gebieten, findet sich irgendwo im Haus eine Stelle, wo der mobile Empfang unzumutbar oder ganz unmöglich ist.

Viele werden das privat und auch beruflich kennen: da ist jemand mit Smartphone oder Laptop zu Besuch und fragt, ob er mal eben kurz das WLAN benutzen darf.

Warum brauchen wir freie Netzwerke?

Die Gründe, warum man sich ziert das eigene WLAN-Netzwerk zur Verfügung zu stellen, sind die Rechtslage in Deutschland und die Sicherheit der eigenen Daten. Niemals die Kosten.

Zuerst der einfache Teil: die im Freifunk eingesetzte Software isoliert das Freifunk-Netz ähnlich wie das inzwischen allseits bekannte Gast-WLAN. Wer ganz, ganz, ganz sicher gehen will, isoliert den Knoten zusätzlich eben in diesem Gast-LAN.

Jetzt der schwierigere Teil: Sätze wie „Das Telemediengesetz verpflichtet Anbieter, grundsätzlich die anonyme oder pseudonyme Nutzung zu ermöglichen - sofern die technisch machbar und zumutbar ist.“ [1] werden in aktuellen kommerziellen Netzwerken nicht wirklich ernst genommen: Massendatenspeicherung, wohin man sieht.

Würde die aktuelle Rechtslage im Internet auf Postboten übertragen, wären diese strafrechtlich und in der Konsequenz auch haftungsrechtlich für zugestellte Briefe und Pakete verantwortlich. Dank Postgeheimnis, ist es diesen jedoch sogar verboten, vom Inhalt eines Briefs Kenntnis zu nehmen.

Es häufen sich die Meldungen, dass Internet-Anbieter durch staatliche Behörden aufgefordert werden, Netze abzuschalten, oder massenhaft anfallende Kommunikationsdaten für zweifelhafte Zwecke zu liefern. Diese Begehrlichkeiten können immer dann befriedigt werden, wenn es zu einer gewissen Konzentration der Anbieter kommt.

Freie Netze sind so eine weitere Garantie und die Möglichkeit für die Weiterentwicklung von Artikel 5 Absatz 1 Grundgesetz (verkürzt):
„(1) Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten […] Eine Zensur findet nicht statt.“ 
Der Missbrauch freier Netze ist möglich. Eine Strafverfolgung in freien Netzen aber auch.

Und was ist das Ziel von Freifunk Warendorf?

 

Analysiert man die verfügbaren WLAN-Netze in der Stadt, findet man Unmengen von gesicherten WLAN-Netzen: Und das flächendeckend!

Finden sich ausreichend Unterstützer, können wir mit Freifunk ein freies, zur kostenlosen Nutzung zur Verfügung stehendes Netz bereit stellen. Für die Unterstützer fallen keine, bzw. vernachlässigbare laufende Kosten für Strom an.

Insbesondere in öffentlichen Gebäuden, kann man so eine durchgehende Infrastruktur für die öffentliche Nutzung bereitstellen. Bei minimalen laufenden Kosten.

Irgendwann in den 90ern erwartete ich, dass „dieses Internet“ sinnvoll ist. Der nächste Schritt, so hoffe ich, ist eine grundsätzlich überall frei verfügbare Grundversorgung. Bei Grenzkosten, die gegen Null tendieren, heute keine Utopie mehr. Das technische Konzept ist mit Freifunk vorhanden. Dann gehen wir das einfach mal an....

Quellen:

[1] Spiegel Online - Justizministerin zur Anonymität: "Der Rechtsstaat muss Internet-Pöbeleien aushalten"

Samstag, 30. August 2014

Emskraftwerk in Warendorf


Wenn alles perfekt läuft, dann gibt es Ende 2017 vielleicht wieder ein Wasserkraftwerk mitten in der Stadt Warendorf. Incl. Fischtreppe.

Eine Vorstellung des Projekts erfolgte im Betriebsausschusses des Abwasserbetriebes Warendorf. Ich war auf der Versammlung und teile mit, was ich mitgenommen habe.