Dienstag, 23. August 2011

Das Ding mit dem Arbeitsort und der Dienstreise

Du arbeitest? Und dein Chef schickt dich immer auf Dienstreise? Und die vom Finanzamt sagen, das wären aber keine Dienstreisen? Weil Du ja immer zur selben Arbeitsstelle fährst... Und dann ist es ja keine Dienstreise, sondern nur eine Fahrt zu einer (weiteren) regelmäßigen Arbeitsstelle. Und das ist steuerlich nicht sooo attraktiv.

Dann gibt es keine Fahrkosten, keine Verpflegungspauschale mehr. D.h. kein Geld für Happa-Happa!

Vielleicht gibt es Hoffnung für dich...




Die Kollegen von den Arbeitsämtern und dem Bundesfinanzhof sind sich nicht ganz einig. Und daher wird da gerade gestritten:

Falls ich es richtig verstanden habe, d.h. ab hier äußere ich nur Vermutungen, dann ist eine zeitlich begrenzte Versetzung an einen anderen Arbeitsort (z.B., weil dein Arbeitgeber einen Standort im schönen Westfalen schließt und dich in die böse, böse Großstadt nach Hamburg oder München schickt, um dich dann doch am Ende des Jahres raus zu schmeißen) immer eine Dienstreise.

Und falls du für deinen Arbeitgeber zeitlich begrenzt bei einem Kunden tätig bist, auch z.B. im Rahmen eines Projekts oder einer Arbeitnehmerüberlassung, dann ist es in der Regel auch immer eine Dienstreise, d.h.

  • Fahrkosten von Westfalen nach Hamburg absetzbar
  • Verpflegungskosten (da gibt es Pauschbeträge vom Chef in Netto, zumindest kann man diese absetzen...)
  • Übernachtungskosten (Hotel oder Wohnung)
  • Nebenkosten der Reise, was auch immer das sein mag...
Jetzt brauch ich nur noch jemanden, der meine Vermutungen bestätigt. Wenn ich es richtig beobachtet habe, dann ist das Finanzamt geizig und die vom Bundesfinanzhof sind die Guten. Einfach mal nach BFH-Urteil vom 10.7.2008, VI R 21/07, BStBl. 2009 II S. 818; BFH-Urteil vom 9.7.2009, VI R 21/08, BStBl. 2009 II S. 822 googeln... 

Und immer dran denken: Für die im Finanzamt ist es Arbeit. Mach du dir ein Hobby draus...

PS: die Diskussion findet offenbar in Google+ statt...

Update: Das Finanzamt hat mir die vollen Fahrkosten in 2010 anerkannt, d.h. nicht nur den einfachen Kilometer. Die Verpflegungskosten lustigerweise nicht. Schwachsinnig, aber ich hatte keine Lust da hinterherzurennen....

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