Donnerstag, 3. November 2011

Die Kinder und das Internet

Letztens habe ich gegooglet. "kinder internet kompetenz". Erwartet hatte ich Ergebnisse mit pädagogischem Hintergrund. So war es auch. Ganz oben war aber ein Link der Polizei: Aktion sicher im Netz.

Hmmm. Stimmt ja. Internet ist draußen. Und bevor man seine Kinder allein nach draußen lässt, bringt man ihnen bei, wie man sich draußen benimmt, damit es nicht gefährlich wird und Mama und Papa auch noch lange viel Freude mit den Kleinen haben dürfen. In der Regel macht man das nicht theoretisch, sondern nimmt sie an die Hand und begleitet sie ziiiieeemlich lang, bis man annimmt, dass sie es allein packen. Und dann dürfen sie auch nicht gleich den ganzen Tag allein raus, sondern, immer ein bisschen länger, wenn man merkt, dass es klappt. Eltern können das, weil sie das von ihren Eltern gelernt haben, und die von ihren Eltern, und die von ihren Eltern usw. Intuitiv...

Im Sachen Internet ist das anders. Eltern haben das nicht von ihren Eltern gelernt. Und deswegen haben sie keine Internetkompetenz. In anderen Worten: sie sind in der Regel inkompetent. Das weiß auch die Polizei, denn auf der Seite geht es um Förderung der Internetkompetenz von Eltern.

Die Polizei, dein Freund und Helfer, verlinkt zum Thema Gefahren beim Chaten zu einer Seite von t-online. Inhalt: die meisten Chats sind problematisch und es gibt einen Katalog von Merkmalen, die gute Chats haben sollten. Davor noch ein paar Tipps, in etwa: wissen, wo die Kinder sich aufhalten (im echten Leben: Spielplatz), sie begleiten (im echten Leben: zeigen, wie die Schaukel funktioniert), vereinbaren, wohin sie gehen dürfen (im echten Leben: nur zum Spielplatz, oder zur Eisdiele), Sicherheitsregeln vermitteln (im echten Leben: nicht einfach auf die Straße rennen, auch wenn der Ball da hin geflogen ist und nicht mit Fremden mitgehen, nach hause rennen wenn was ist, und, und...),  Zeitgrenzen vereinbaren (im echten Leben: nachts nicht bis in die Puppen lesen), und Auffälligkeiten melden. Wie im echten Leben also, oder? Meine Bewertung der t-online Tipps: zu knapp.

Auch zum Thema Problematische Inhalte leider nur ähnlich knappe Aufklärung und Tipps. Der Grund steht am Ende von dem zweiten Suchergebnis Internet-Kompetenz für Kinder (pdf): [...] Die erste Adresse, an die sich die Kinder wenden, sind zweifellos die Eltern. Doch die meisten Mütter und Väter haben nicht die Zeit, das Stehvermögen und auch nicht das Wissen, einen solchen Kompetenzerwerb hilfreich zu begleiten. [...]. Ich interpretiere das, nachdem ich vor einigen Wochen auf einem sehr gut besuchtem Elternabend an der Schule meiner Tochter zum Thema war, organisiert von der ansässigen Polizei so: die Eltern sind hier die falschen Adressaten, weil Internet Legastheniker, ohne eigne Kompetenz.

Bleibt also noch die Schule.

Und tatsächlich: unter dem Oberthema Medienkompetenz bietet die Polizei eine Handreichung zum Thema. Adressaten: Lehrkräfte, Fachkräfte in der außerschulischen Jugendarbeit und in der Polizei im Bereich der Jugendsachbearbeitung. (Was eine Handreichung ist? Hier...) Ich habe das bisher nur oberflächlich gelesen, hatte aber einen guten Eindruck. Besonders schön, fand ich folgendes: Es kann nicht alleine zielführend sein, die Gefahren von Online-Anwendungen (bzw. Internet) oder des Handys gegenüber Kindern und Jugendlichen durch Verbote oder durch den Einsatz von Filtersoftware ausschließen zu wollen.

Warum?

Auch der der beste Virenscanner/Firewall/Filter nützt dir nix, wenn du auf alle Links klickst die in Reichweite sind. Die Filter filtern mehr weg, als sie sollen, und lassen das passieren, was nicht passieren soll. Fazit: ein schlechter Filter auf den man sich verlässt, ist schlechter als kein Filter, denn er wiegt einen in der falschen Sicherheit.

Bei meinen habe ich es mit einer Whitelist gemacht. Als die Große dann auf youtube wollte, brach dann der Damm. Seither unterstützt uns das Web-of-Trust. Funktioniert auch nicht immer, aber, aber immer öfter...

Viel, viel Informationen zu Thema hier:
Viel Erfolg!!

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