Samstag, 4. Mai 2013

Infrastruktur

Was braucht man in Mitteleuropa so zum Leben? Nahrung, Unterkunft und Internet. Das war es dann auch schon, und alles was nicht aufgeführt ist, medizinische Versorgung und so, ergibt sich dann von selbst.

Nahrung, muss erzeugt und zum Menschen transportiert werden. Unterkünfte müssen finanziert, gebaut und erhalten werden. Nebenbei: "Zur Miete" ist langfristig angeblich zu kurzfristig gedacht [1]. Telekommunikation geht nicht ohne Kabel, auch wenn die LTE-Anbieter etwas anderes behaupten, sich mit ihren Volumen-Tarifen selbst wiederlegen.

Internet kauft man beim Kommunikationsdienstleister. Anbieter sind ehemalige staatliche Unternehmen und solche, die am Ende oft die Dienstleistungen von ehemaligen Staatsunternehmen einkaufen. Und wie geht da der Ausbau der Infrastruktur voran? Schleppend.


Die ex-staatlichen zehren von der Vergangenheit. Auf Kosten der Allgemeinheit vor langem vergrabene Kupferkabel sind immer noch das Medium der Wahl. Die Entwicklung war schon toll: über Modems, die Sackgasse ISDN, und aktuell xDSL/Kabel. Aber: ist DSL/Kabel auch eine Sackgasse? Aktuell werden VDSL und Kabel noch immer schneller.

In meiner Nachbarschaft wird das Tcom VDSL, laut Bemerkungen meiner Nachbarn, inzwischen wieder langsamer, denn je mehr Mitbürger sich für diese Zugangstechnik entscheiden, um so bescheidender werden die Zugangsraten. Ein Nachbar berichtet, dass er sich zwischen zwei aktiven T-Com Entertain STB in SD, oder einer in HD entscheiden muss. Möglicherweise hilft hier demnächst das Vectoring [2]. Aber: Der letzte Stand der Technik, VDSL Vectoring, ist ein prima Argument um wieder Monopole einzuführen: hier kann immer nur ein Anbieter die Versorgung übernehmen. Und das wird in den meisten Fällen wohl die Telekom werden.

Aber nicht nur IPTV treibt die Bandbreiten. Ich habe gerade mal wieder mein Windows gestartet: es sind Update für diverse Programme rein gekommen. Glatt 350MB. Bei 14,6 Mbit/s ging das in 3 Minuten. Bei 3 Mbit/s sind das 15 Minuten, die man vor dem Rechner sitzt und wartet um das Internet wieder benutzen zu können. Und das oft mehr als einmal im Monat. Privat ok, in einem Unternehmen ist Zeit Geld.

Muss jetzt in Glasfasern investiert werden? Wenn, wer baut die Infrastruktur? Langfristig ist das Schielen auf die Kosten auch hier sicher zu kurzfristig gedacht. Natürlich wird immer nur da gebaut, wo es sich auch lohnt. Auch in den Städten wird dann nur noch gebaut, wenn es sich lohnt. In Münster (Westfalen) lohnt es sich nicht [3].

Werden Straßen saniert, werden TK-Unternehmen informiert und könnten die vorhandene Infrastruktur erneuern. Sie tun es aber nicht. Hier werden andere Pläne verfolgt, die sich mir nicht erschließen, die vermutlich damit zusammenhängen, dass TK-Unternehmen eben keinen Horizont von 20 bis 30 Jahren haben.

Während einige die Landflucht prima finden, weil es ökologisch und ökonomisch besser ist, wenn man alle Menschen in die Stadt umsiedelt, sind andere der Ansicht, dass es sich lohnt, nicht ganze Landstriche zu entvölkern. Bin gespannt, ob die Prognose für den Kreis Warendorf [4] sich erfüllt. Wenn man weder am ÖPNV noch an der Internet-Anbindung dreht, dann bestimmt.

Also: Neben dem Straßennetz, das Strom-, Wasser- und das Telekommunikationsnetz in öffentliche Hände, und zwar immer dann, wenn die privaten bewiesen haben, dass sie ausschließlich die eigenen Interessen vertreten. Ich hoffe auf ein Zeitalter der Stadtwerke.

Links --- Rechts...

[1] http://www.finanzierungsmathematik.de/content/mieter-bleiben-oder-wohneigentum-finanzieren-was-fuehrt-langfristig-mehr-vermoegen
[2] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Telekom-macht-Ernst-mit-VDSL-Vectoring-1772786.html
[3] http://www.heise.de/netze/meldung/Kein-Glasfasernetz-der-Telekom-in-Muenster-und-Erlangen-1568795.html
[4] http://www.die-glocke.de/lokalnachrichten/regionales/Demografischer-Wandel-in-Region-drastisch-76fcf6b1-5bfb-4e06-ae40-989cc8bb811d-ds

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