Samstag, 17. Mai 2014

Für einen Fahrscheinlosen Öffentlichen Personennahverkehr

Der demographische Wandel wird als Grund für ein steigendes Defizit bei RVM (Regionalverkehr Münsterland GmbH) und Co. aufgeführt: Weniger Schüler. Die Einnahmen daraus tragen laut Bericht in den Westfälischen Nachrichten 2/3 der Kosten des gesamten öffentlichen Busverkehrs. So gesehen ermöglichen uns die jüngsten Mitglieder unserer Generation derzeit einen funktionierenden ÖPNV.

Einigkeit besteht offenbar darin, dass das Angebot des ÖPNV, insb. aufgrund immer mehr Älterer erhalten werden sollte, und per Gesetz festgehalten ist, dass ein "angemessenes" Angebot bereitgehalten werden muss.


Um das Dilemma zu lösen, könnten Bürgerbusse die Strecken von RVM und Co. übernehmen, und Bahn durch Busse ersetzen werden. Letzteres mit dem Hinweis, dass Züge 5-8mal so teuer sind wie Busse. (Die Rechnung muss ich sehen!)

In Lokalteil der Westfälischen Nachrichten erscheint gleichzeitig der Hinweis auf eine Veranstaltung im Rahmen der "Grünen Mobilitätstour" am 19. Mai 2014, 12 Uhr am Hallenbad im Schulviertel in Warendorf. Gast ist die Landtagsabgeordnete im Landtag NRW Josefine Paul (Grüne): Demnach verursacht der Verkehr heute 16% der deutschen Treibhausgas Emissionen, und junge Menschen verzichten immer häufiger auf ein eigenes Auto zugunsten von Bus, Bahn, Car-Sharing Angeboten und Fahrrad.

Konzentriert man sich hier auf die Reduzierung von Kosten, sind die Lösungsmöglichkeiten ebenso eingeschränkte, wie die Sicht auf das Problem.

Ich plädiere dafür, einen Modellversuch eines fahrscheinlosen Öffentlichen Personennahverkehr. Fahrscheinlos, nicht kostenlos: Für Studenten gibt es sowas im Rahmen eines Semestertickets in der Regel. Dabei wird der Beitrag von den Studenten getragen.

Ich erwarte folgende Ergebnisse:
  • eine stärkere Nachfrage führt zu einem attraktiveren Angebot, d.h. kürzeren Taktzeiten, höheren Geschwindigkeiten, weniger Verkehr auf den Straßen, und damit auch ein Nutzen für diejenigen, die auf die Nutzung des Angebots verzichten (müssen), und somit weniger Grund die eine oder andere Straße ausbauen zu müssen.
  • In ländlichen Gebieten wird eine verstärkte Nutzung des ÖPNV dazu führen, dass vormals schwach frequentierte Strecken wieder sinnvoll bedient werden können.
  • Auch die einkommensschwachen Verkehrsteilnehmer werden durch diese Maßnahme finanziell deutlich entlastet.
Funktionierende Vorbilder gibt es: Hasselt (Belgien), Tallinn (Estland).








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