Montag, 26. Mai 2014

Transparenz Bericht der Glocke

Zum Beitrag im Wahl-Blog der Glocke http://warendorf-waehlt.blogspot.de/2014/05/noch-1-tag-endspurt-der-nervosen-polit.html

Auszug

Was alles nicht erschien 
Um es vorweg zu sagen: All die Dinge, von denen die nächsten Zeilen handeln, stehen nicht in der Print-Ausgabe der Glocke. Wir halten aus gutem Grund an der alten Tradition fest, in der letzten gedruckten Ausgabe vor einer Wahl keine parteipolitischen Aussagen mehr zu veröffentlichen, in denen gegen den politischen Mitbewerber geschossen wird, der dann keine Möglichkeiten mehr hat, mit einer Gegen-Stellungnahme zu reagieren.
In Online-Foren wie diesem Blog ist das etwas anderes. Wie man das ja aus einschlägig bekannten sogenannten „sozialen“ Netzwerken weiß, kann man sich da ja -vorzugsweise anonym- bis zum gegenseitigen Erbrechen die Meinung m [sic!] die Ohren hauen. Wer das zu diesem Beitrag möchte, kann uns ja seinen Kommentar senden. Vielleicht schalten wir ihn sogar frei, wenn wir es journalistisch verantworten können, für die Veröffentlichung geradezustehen. (An dieser Stelle können alle Piraten, die ja schon die zeitverzögerte Veröffentlichung, in jedem Fall aber jede presserechtliche Überprüfung solcher Inhalte für Zensur halten, schon mal wieder die Hasskappe [sic!] aufsetzen).
Es folgt eine Zusammenfassung von dem, was die Glocke noch erreicht, aber nicht gedruckt hat.

Traditionen haben zuweilen einen Nachteil: Die "Neuen" kennen diese Traditionen nicht, wenn diese nicht häufig zu beobachten sind, im Fall eines seltenen ("Wir wählen alle 5 Jahre") oder gar unsichtbaren Vorkommens ("Darüber spricht man nicht.", "Das weiß doch jeder."). Die Glocke hält sich also an eine Tradition, die sonst vollkommen in Vergessenheit geraten scheint: journalistische Verantwortung. Cool! Wo anders, insb. in Foren diverser bekannten Online-Magazin, herrscht in dieser Hinsicht Wild-West, und ich schließe daraus, dass man solche heere Ambitionen dort gar nicht mehr hat. Ich denke über eine Abo der Glock nach.

Allerdings, bin ich schon ein bisschen enttäuscht, dass man mit der leider anderorts unüblichen presse-rechtlichen Überprüfung nicht wirbt. Und: Die folgende Kommunikation als Zensur-Vorwurf, der mit Hasskappe [sic] vorgetragen worden ist, zu bezeichnen, ist dann vielleicht doch schon übertrieben:

Ich: Warum müssen Kommentare freigeschaltet werden? Angst vor zu vielen Reaktionen?
Die Glocke: eine zusätzliche Hemmschwelle, damit wir nicht mit Kommentaren überhäuft werden. (Mit Similie, der die Ernsthaftigkeit der Antwort bezweifeln lässt)
Ich: Dann kommen die Kommentare halt zusätzlich hier. Zeitversetztes Veröffentlichen ist der kleine Bruder von Löschen.

Dazu sollte man noch wissen: seit dem 1.März dokumentiere ich jeden gelöschten Beitrag in "einschlägig bekannten sogenannten „sozialen“ Netzwerken", ohne jemals bewusst das Wort Zensur in den Mund genommen zu haben. Transparenz ist für die einen lästig, macht außerdem Arbeit und führt oft zu Streit. Ich bin der Meinung, dass sie im mathematischen Sinne aber notwendig für die Demokratie ist. Vielleicht denkt die Glocke mal darüber nach und veröffentlicht einmal im Monat/Quartal mal eine Zusammenfassung aller nicht gedruckten Leserbriefe, incl. journalistischer Begründung. Damit so ein Journalismus weiterhin seine Berechtigung hat!

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